Birgit & Marco mit Livia & Snoopy

Wir (Birgit und Marco aus Quierschied) hatten bereits Snoopy,  einen total verkuschelten Mischling mit ca. 25% Staffanteil aus dem Tierheim und wollten gern noch einen zweiten Hund aufnehmen. Gern einen, der es schwer hat, aus dem Tierheim rauszukommen. Vor zwei Jahren nahmen wir dann Livia, eine Pitbull-Hündin zu uns. Sie kannte und konnte fast nichts und war eher ein Resozialisierungsfall. Im Tierheim lernten wir Livias Gassigängerin kennen, die auch Hundetrainerin ist. Sie hat uns sehr viel geholfen, da Livia anfangs kaum händelbar war. Allein sie mit unserem Snoopy zusammenzubringen, hat viele Treffen über Wochen erfordert. Livia machte immer sehr glaubhaft den Eindruck, auf alle Menschen und Tiere losgehen zu wollen. Vieles wurde besser, Annäherung an andere Hunde war aber nicht möglich, nur Vermeidung der Situationen. Aber der Hund sollte lernen, sich anderen Hunden zu nähern. Nur wie? Die anderen Hunde, die man so trifft, sind ja auch nicht immer erzogen. Viele Besitzer schätzen ihre Hunde auch völlig falsch ein oder meinen nur „die regeln das unter sich!“ Echt jetzt? Will ich wirklich, dass mein 30 kg-Pitbull etwas „regelt“?

 

Wir fanden mehr durch Zufall Ende 2017 den Kontakt zu Maria, die neben Einzeltrainings auch kleine Gruppen zusammen trainiert. Das schien ein sinnvoller Weg zu sein. Gleich nach einem unserer ersten Treffen sagte sie einen wirklich erlösenden Satz: Euer Hund ist nicht aggressiv, die Grund-Emotion ist bei Livia immer Angst. Sie hat uns aber auch nicht verschwiegen, dass es Arbeit werden würde, denn Livias Reaktion war eben immer, nach vorn zu gehen und den Höllenhund zu markieren. Weggehen hat sie nie gelernt. Wir haben erst einige Social-Walks mitgemacht. 

 

 

Anfangs dachten wir: Das wird nix. Alle anderen Hunde sind doch normal, nur unserer fällt aus der Reihe. Peinlich. Sobald man einem Hund näher kam, packte Livia den Höllenhund aus. Maria war unbeeindruckt. Und: Es wurde besser. Irgendwann sollten wir mit unsern Hunden bei Kursen mitmachen. Kein Problem, was Snoopy angeht. Aber mit Livia auf Sichtnähe mit anderen Hunden einen Begegnungskurs oder ein Balance-Training machen? 

Wir haben beide Kurse mitgemacht. Es war anfangs kaum möglich, dem Inhalt zu folgen, da Livia abwechselnd unbedingt zu den anderen Hunden oder ganz woanders sein wollte. Bei meinem ersten Kurs wollte ich (Marco) mich erst in Luft auflösen, dann hab ich beschlossen, zumindest die Folgekurse abzusagen – und am Ende der Stunde dachte ich: Schau mal an, Livia wird ja ruhiger! Fazit: Es hat extrem viel gebracht. Dem Hund und auch uns. Livia macht immer wieder die Erfahrung, dass sie zwar in Situationen kommt, die ihr erstmal nicht gefallen, dass dort aber nichts passiert, was wir nicht regeln können. Und wir lernen, dass der Hund sich ändern möchte und andern Hunden und Menschen nichts Böses will. Und nun kann sie die Trainingsübungen mitmachen und sich zwischendurch auch mal hinlegen. Nach wenigen Monaten gab es ungeahnte Fortschritte.

 

 

Corinna und ihre drei Staffs haben wir durch Maria auch kennen gelernt.

Mittlerweile gehen wir regelmäßig zusammen spazieren. Livia, für die anfangs 50 m zu anderen Hunden schon zu nah war, war nun schon mit insgesamt sieben Hunden gut gelaunt unterwegs und kann sich fremden Hunden meistens gut nähern und sie begrüßen. Josef und Juna haben wir als total liebe Hunde kennen gelernt, man hätte nie Idee gehabt, dass Josef unverträglich sein könnte. Mein lieber Freund James (der mal keine Menschen mochte) geht gern zusammen mit Livia bei mir mit an der Leine und Livia mag Corinna total gern. 

Maria hat uns gezeigt, wie man den Hunden die Annäherung erleichtern kann und sie hat uns zu Recht immer den Eindruck vermittelt, dass alles hinzubekommen ist. Die Hunde können so viel mehr, als wir ihnen zutrauen. Wir lernen, sie nicht noch weiter zu verunsichern. Anfangs haben wir befürchtet, dass Schlimmes passiert, waren innerlich sicher immer angespannt. Heute gehen wir davon aus, dass eher nichts passiert, und so ist es dann auch. Das heißt nicht, dass man nicht aufmerksam sein sollte. Aber wir haben gelernt, unseren Hunden viel mehr zu vertrauen – etwas was wir von Ihnen ganz selbstverständlich erwarten. Dass wir mit Maria die Möglichkeit hatten und haben, unter Aufsicht mit anderen Hunden zu üben, hat uns und die Hunde ein großes Stück weiter gebracht.

 

Birgit & Marco


Manchmal braucht ein Hund nur die richtigen Menschen um das Beste zeigen zu können, was er in sich trägt.

 

Zu sehen was in einem Hund, der im Tierheim nicht die besten Verhaltensweisen an den Tag legt, stecken könnte, fällt vielen sehr schwer.

Birgit und Marco wählten ganz bewusst einen Hund, an dem viele andere in großem Bogen vorbei gelaufen wären und gaben Livia eine Chance.

Bereits bevor wir uns kennen lernten, hatten sie viel an Livias Verhalten gearbeitet und die Erfolge ließen sich sehen!

Livia zeigte in Begegnungen allerdings noch große Unsicherheit und Angst.

Dank der schnellen Umsetzung von Trainingstipps und gutem Timing ihrer Menschen machte sie jedoch schnell Fortschritte. 

So schwer der Start in den Gruppenkursen "Wusel-Balance" und "Begegnungskurs" war, so schnell konnte man doch erleben, wie Livia über sich hinaus wuchs und mit ihr ihre Menschen, die immer mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten legten.

Sich so einer Aufgabe zu stellen ist eine mutige Entscheidung - doch den Weg Schritt für Schritt mit einem "verhaltenskreativen" Hund zu gehen verlangt mehr als das - man braucht Ausdauer, Frustrationstoleranz, Hoffnung und vieles mehr. Ihr habt euch viele Schritte hart erarbeitet und jetzt sehe ich ein starkes, beeindruckendes Team, das mit Sicherheit noch viele Fortschritte machen wird. Ich bin froh ein Teil dieses Weges sein zu dürfen.

Maria