Fabienne & Stefan mit Sid

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Sid, gut eigentlich Sidney laut meinem spanischen Pass, mit dem ich vor knapp über einem Jahr nach Deutschland kam. Herrchen und Frauchen nennen mich aber Sid, weil ich angeblich Ähnlichkeit mit einem Faultier aus so einem Film namens Ice Age habe... Neben Sid zählen aber auch Sidbert und Siddi zu den Namen, mit denen ich gerufen werde.

Ich kam vor knapp über einem Jahr mit einem Transporter voller Hunde aus Spanien nach Deutschland. Gott sei Dank! In Spanien wurde ich an einer Kette gehalten und ich hatte den ganzen Tag Langeweile, weil niemand mit mir spielen wollte oder sich in irgendeiner Art mit mir beschäftigen wollte. Aus dem Transporter in Deutschland ausgestiegen, traf ich auf Herrchen und Frauchen, die mit einer anderen Frau auf mich warteten und mich ziemlich mitleidig ansahen. Gut, man konnte auch wirklich Mitleid mit mir haben. Ich hatte am Hals kaum Fell, weil dort die Kette befestigt war und ich stank wirklich elendig. 

 

Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie toll es in meinem neuen Leben sein wird, ich hatte echt Angst am Anfang. Anfassen lassen? NEIN! Ein Geschirr anziehen? Vergiss es! Entspannen? Niemals!

Klug wäre es gewesen, wenn Herrchen und Frauchen langsam auf mich zugekommen wären, aber nein, sie haben mich in die Badewanne gesteckt. Ja gut, ich stank wirklich, aber die Badewanne ist doch echt der blanke Horror…Die müssen sich gar nicht wundern, dass ich die immer noch richtig doof finde! 

 

Nachdem wir uns aneinander gewöhnt hatten und ich gemerkt hatte, dass ich länger hier bleibe, konnte ich mich endlich entspannen. Ich ging gerne raus und erkundete die Welt mit meinen Menschen, aber Vieles bereitete mir immer noch große Angst: andere Hunde, laute Autos, fremde Menschen, ungewohnte Umgebungen. 

Was macht Hund von Welt bei Angst? Richtig, er bellt, damit die Gefahr verschwindet. Hat auch super geklappt. Alle Hunde sind weggegangen, aber irgendwie fanden meine Menschen das nicht so super. Kurze Zeit später kam dann Maria zum ersten Mal zu uns. Maria fand ich gar nicht gruselig, sie hatte auch echt leckere Kekse dabei. Wenn alle direkt Kekse mitgebracht hätten, hätte ich vielleicht Menschen direkt super gefunden 😊 

Maria habe ich ab dann sehr oft gesehen. Wir sind spazieren gewesen, haben aber vor allem zusammen trainiert (mit vielen Keksen). Sie hat mir gezeigt, dass andere Hunde gar nicht so doof sind. Ich muss dennoch nicht alle Hunde toll finden, sondern kann ganz individuell meinen Abstand anpassen, je nachdem wie gruselig ich den anderen Hund finde. Das klappt wirklich toll. Ich gehe in einem Bogen einfach an den anderen Hunden vorbei. Menschen sind mittlerweile auch kein Problem mehr, die meisten haben eben Kekse dabei 😊

 

Herrchen und Frauchen haben mir bisher aber auch nur Menschen vorgestellt, die mich mögen und auf die ich mich freue, wenn sie zu uns kommen… Mehr Hände, die mich kraulen können! Entspannen kann ich mich derweil auch echt super und trotz dass ich ein Border bin, möchte ich am liebsten den ganzen Tag schlafen, wie ein Faultier…vielleicht kommt daher die Abkürzung Sid?!

Ab dem Zeitpunkt, ab dem ich kein Einzeltraining mehr gebraucht habe, weil ich so ein kluger Kerl bin, der schnell lernt (😉), kam ich zu anderen Hunden in die Gruppentrainings. Anfangs war das echt schwer für mich mit so vielen Hunden zusammen zu sein, aber das wurde von Mal zu Mal besser.

Es macht mir richtig Spaß, meine Freunde James und Frieda beim Rally O zu treffen oder mit Barth, Hope und Tyson die Mörder bei der Krimitour zu finden. Gut, manchmal werde ich noch nervös, wenn mir langweilig wird und ich fange an zu fordern, aber abgesehen davon bin ich, glaube ich, dank Maria ein echt toller Begleiter geworden, auf den sich Herrchen und Frauchen immer verlassen können.

 

Sid & seine Menschen


Die Welt durch die Augen eines "Second Hand-Hundes" noch einmal ganz neu zu entdecken, ist eine großere Herausforderung und ein unbezahlbares Geschenk.

 

Manchmal entdeckt man Ängste und Unsicherheiten, mit denen man nicht gerechnet hat und dann auf der anderen Seite so viel Potential, das man vor Freude nur noch mit Keksen um sich werfen könnte 😉

Sid's Menschen haben dieses Potential von der ersten Sekunde an erkannt und wussten, welche wunderbaren Eigenschaften in ihm stecken. 

Mit gezieltem Training an den kleinen Baustellen konnte er sicherer in seiner neuen Umwelt werden und dann gezielt neue Hobbys und Freunde entdecken.

Bei solchen Hunden die Balance zwischen Entspannung und Auslastung zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Doch mit Feingefühl für ihren neuen Begleiter und gutem Timing haben Sid's Menschen den richtigen Weg gefunden.

Sid ist ein cleverer Wuselhund, der mit Sicherheit noch einiges auf den Kopf stellen und noch einige Talente offenbaren wird - da bin ich mir sicher!

Maria